Mehrtagesfahrt 2007 Lechtal

Mit 32 Teilnehmern waren wir vom 6. bis 15. September im Lechtal unterwegs. Unsere Unterkunft war das 3-Sterne-Hotel „Schwarzer Adler“in Steeg-Hägerau. Die Anreise erfolgte am Donnerstag um 5 Uhr vom Hindenburgplatz in Beckum über die A7 und das Tannheimer Tal. Schon beim Durchfahren des Lechtals konnten wir die schneebedeckten Berge erkennen, die zwei Tage vorher bis 1500 m hinunter von der weißen Pracht eingedeckt wurden. Dies erforderte natürlich eine Umstellung des geplanten Programms, da nicht alle vorgesehenen Wanderungen problemlos hätten bewerkstelligt werden können. Das Aufhängen unserer Sektionsfahne vor dem Abendessen wurde zu einem echten Kraftakt, da die Fahnenstange keine Schnüre zum Aufziehen hat, somit nur an der Querstrebe befestigt werden konnte und die komplette schwere Fahnenstange dann mit Unterstützung der Köche in das Bodenloch gehoben werden musste.

Zur Einlauftour ließen wir uns am Freitagmorgen mit dem Bus nach Namlos bringen. Von dort ging es auf den landschaftlich sehr schönen und reizvollen Jägersteig, der durchs Namloser Tal hinunter nach Stanzach führt. Bei der Schretter-Jagdhütte hatten wir einen gemütlichen Rastplatz gefunden, an dem wir unser Lunchpaket verzehren konnten. Danach erforderte die Durchschreitung des Rappentals mit einem etwas schwierigen Abstieg auf der einen Seite und dem Anstieg auf der anderen Seite doch erhebliche Konzentration. Die Reststrecke bis nach Stanzach hinunter war dann relativ leicht zu begehen. Nachdem uns der Bus im Ort abgeholt hatte, gab es in unserem Hotel Kaffee und Kuchen.

In den Vorarlberger Teil des Lechtals ging es am Samstag. Zwar musste die geplante Seilbahnfahrt mit dem Steffisalp-Express in Warth wegen des eingeschneiten Saloberkopfs ausfallen, dafür ging es aber von Lech aus mit der Kabinenbahn der Oberlechbahn zunächst hinauf nach Oberlech. In gemütlichem Anstieg liefen wir zunächst über den Auenfeldsattel bis zum malerisch gelegenen Körbersee und genossen dort im Sonnenschein die Mittagsrast bei einer prächtigen Aussicht. Die Wandergruppe ging dann am Kalbelesee vorbei bis zum Hotel Jägeralpe in Hochkrumbach und begab sich nach einem gemütlichen Kaffeetrinken nach Warth, wo der Bus wartete. Die Berggruppe wählte den Weg über Batzen- und Fellealpe hinunter nach Schröcken. Tolle Aussichten genoss man sowohl bei diesem Abstieg als auch beim Anstieg über Oberboden und Schmitte nach Nesslegg, wo man auf der Sonnenterrasse des Hotels Widderstein Kaffee und Kuchen zu sich nahm und dann vom Bus abgeholt wurde.

Am Sonntag sollte es für alle eine von einem Bergführer durchgeführte Tour zur Stuttgarter Hütte mit Abstieg durchs Krabachtal geben. Diesmal ging es in Lech mit der Rüfikopfbahn auf 2362 m hoch. Doch hier lag jede Menge Schnee. Und je weiter wir kamen, desto schwieriger wurde die Strecke. Und als Bergführer Adi bis zum Gesäß im Schnee versank, machte er am Ochsengümple kehrt und führte uns am Monzabonsee vorbei hinunter nach Zürs, von wo uns dann der Bus abholte. Wegen des vorzeitigen frühen Endes der Tour legten wir noch einen kleinen Stopp zum gemütlichen Beisammensitzen in einem Hotel in Lech ein. Im Laufe des Tages erkundigte Adi, der auch bei der Bergwacht aktiv ist, sich über die Beschaffenheit der Wegstrecken der von uns gedachten Touren und kam extra am Abend noch mal im Hotel vorbei, um Tourenleiter Manfred Kolkmann von seinen Informationen in Kenntnis zu setzen, damit wir uns nicht unnötig Gefahren aussetzen. Nach dem Abendessen sorgten Monika Mersmann und Rosi Güldenpfennig mit einem lustigen Spiel für allerlei Kurzweil.

Mit dem Bus ließen wir uns Montagmorgen nach Elbigenalp bringen. Bei herrlichstem Sonnenwetter stieg die Berggruppe hinauf zur 1100 m höher gelegen Hermann-von-Barth-Hütte, genoss auf der Terrasse in der Sonne die herrliche Felsumrahmung und begab sich auf der gleichen Strecke wieder hinab. Die Wandergruppe wählte den Geierwally-Rundweg ab „Alpenrose“ über Gibler Alm bis zur Kasermandlhütte, wo der Wirt bei einer kleinen Rast für Heiterkeit und Abwechslung sorgte. Danach ging’s weiter nach Köglen, wo der Lech überquert wurde, und auf der anderen Lechseite zurück nach Elbigenalp. Beide Gruppen ließen sich dann vom Geierwally-Parkplatz vom Bus abholen. Nach dem Abendessen fuhren wir mit unserem Bus ins benachbarte Holzgau, um dort in dem urigen Lokal „Strickers Dorf-Alm“ einige gemütliche Stunden zu verbringen. Nach knapp drei Stunden wollten einige immer noch nicht nach Hause …

Da es in der Nacht angefangen hatte zu regnen und es auch noch beim Frühstück so war, verschoben wir den Wanderstart am Dienstag um eine Stunde und hatten damit auch Glück. Die Berggruppe ist vom Hotel aus über Holzgau und Stockach zur Sulzlalpe gelaufen und wieder zurück, während die Wandergruppe in Holzgau nach Norden abbog und am gewaltigen Simms-Wasserfall vorbei bis zur Unteren Rossgumpenalm ging. Zum Abendessen wurden wir mit einem Galadinner verwöhnt.

Als Höhepunkt sahen die Berggruppenteilnehmer ihre Tour am Mittwoch, die wieder von Adi geführt wurde. Von Elbigenalp aus stieg man zum Bernhardseck auf und weiter teils durch Grashänge und einzelne matschige Schneefelder zur Jöchelspitze (2226 m), von wo aus es einen faszinierenden Rundblick von den Allgäuer bis zu den Ötztaler Alpen gab. Den Abstieg erleichterte die Fahrt mit der Jöchelspitzbahn, von deren Talstation der Bus die Teilnehmer zurück zum Hotel brachte. Die Wandergruppe ging an diesem Tag von Bach aus ins Madautal. Und zwar erst ein Stück auf dem Fahrweg, dann über eine kleine Brücke über die 64 m tiefe Mädauler Schlucht über einen landschaftlich schönen Höhenweg, der aber an zwei schmalen Stellen Trittsicherheit erforderte. Für den Rückweg wurde die Fahrstraße gewählt. In Bach bestiegen wir den Lechtalbus, der uns am Hotel aussteigen ließ. Nach dem Abendessen, das diesmal als Bauernbuffet hergerichtet war, hatte Monika Mersmann die Fahrtteilnehmer nochmals zu einem Spiel gebeten, was zu viel Heiterkeit beitrug.

Donnerstag wählte die Wandergruppe den gleichen Weg zur Sulzlalpe wie zwei Tage zuvor die Berggruppe, die sich diesmal die Kemptner Hütte (1844 m) als Ziel auserkoren hatte. Von Holzgau aus ging es zunächst durch das schluchtartige Höhenbachtal an dem imposanten Simms-Wasserfall vorbei über einen Fahrweg bis zur Unteren Rossgumpenalm. Dann erfolgte bei prallem Sonnenschein der Aufstieg, der zunächst über das teilweise noch mit Schneefeldern bedeckte, 1973 m hohe Mädelejoch (Staatsgrenze zwischen Deutschland und Österreich) und dann noch knapp eine halbe Stunde hinunter zur Kemptner Hütte führte. Auf der Terrasse wurden die herrlich warmen Sonnenstrahlen so richtig genossen. Auf dem Rückweg wurde noch eine kleine Pause für Kaffee und Kuchen an der Rossgumpenalm eingelegt, bevor in Bach der Lechtalbus bestiegen wurde, der die begeisterten „Höhenmacher“ zum Hotel brachte. Abends gab es einen Musikabend im Hotel, bei dem das Tanzbein kräftig geschwungen wurde.

Am letzten Wandertag stand nur noch ein kleines Programm auf dem Plan. Am späten Vormittag starteten die meisten vom Hotel aus den etwa zweieinhalbstündigen Weg zur Vorderbockbachalpe. Die restlichen Wanderer fuhren ein Stück später mit dem Bus und brauchten dann nur gut eine Stunde bis dort. Unterwegs trafen sich beide Gruppen und trafen dann gemeinsam an der Alm ein, wo der Wirt nach der mittäglichen Stärkung mit seinem Schifferklavier bald zwei Stunden lang – nur unterbrochen durch verschiedene Einlagen einiger Fahrtteilnehmer – für einen gemütlichen Abschluss der Wandertage sorgte. Beim Runtergehen zum Sägewerk, von dem uns der Bus abholte, hatte uns dann doch noch für etwa eine gute Viertelstunde ein Regenschauer erwischt, was der insgesamt guten Stimmung aber keinen Abbruch tat.

Am Samstag hieß es Abschied nehmen von den angenehmen Wandertagen im Lechtal, wobei auch die Geselligkeit nicht zu kurz kam, so dass gute Stimmung für zehn harmonische Tage garantiert war, wozu auch Busfahrer Walter mit seinen lockeren und lustigen, aber auch feinsinnigen Sprüchen beitrug. Nach dem Kofferverladen um 7 Uhr wurde ein letztes Mal das Frühstück eingenommen und nach dem Verabschieden durch Herrn Kitzmantel, Inhaber des „Schwarzen Adlers“, setzte sich der Bus dann um 8 Uhr in Bewegung Richtung Heimat. Als kurz vor 18 Uhr Beckum wieder erreicht war, waren alle zufrieden und warten nun auf die nächsten Touren in 2008.

 

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