Der DAV beschließt konsequenten Klimaschutz

An der Jubiläums-Hauptversammlung des Deutschen Alpenvereins (DAV) am 25. und 26. Oktober am Gründungsort München anlässlich des 150. Geburtstages nahmen mehr als 800 Delegierte aus 357 DAV-Sektionen an der Tagung des größten Bergsportverbandes der Welt teil.

Am Freitag, den 25. Oktober gab es einen Festakt und am Samstag, den 26. Oktober fand die Arbeitstagung statt. Ein Thema stand an beiden Tagen im Mittelpunkt: der Klimaschutz. In seiner Festrede am Freitag richtete DAV-Präsident Josef Klenner einen klaren Appell an die Delegierten: „Wir stehen in der Mitte der Gesellschaft. Bei der Entwicklung des Bergsports und beim Klimaschutz haben wir die Chance, ganz vorne dabei zu sein. Lassen Sie uns diese Chance nutzen!“

Das mit Abstand am breitesten diskutierte Thema der Hauptversammlung war der Klimawandel. Dazu hat der Alpenverein drei Entscheidungen getroffen: Er hat erstens eine Resolution verabschiedet, die sich an die Politikerinnen und Politiker in Deutschland wendet und sie zu einer konsequenteren Klimapolitik auffordert. Wörtlich steht da: „Die Zeit des Zauderns ist vorbei, wir müssen handeln. Jetzt!“

Hier der gesamte Text:

Resolution für eine konsequente Klimapolitik

Der Deutsche Alpenverein wendet sich mit dieser Resolution an die Politikerinnen und Politiker in den Ländern und Kommunen und insbesondere im Bund: Die Bundesregierung hat ein Klimaschutzgesetz auf den Weg gebracht, das mit der Klimaneutralität 2050 ein hochgestecktes Ziel formuliert, vor wesentlichen Maßnahmen wie einer tatsächlich wirksamen Abgabe auf den CO2-Ausstoß aber zurückschreckt.

Der Deutsche Alpenverein fordert die Bundesregierung deshalb auf: Gestalten Sie eine konsequentere und sozialverträgliche nationale Klimapolitik, die der Klimakrise als einer existentiellen Gefährdung entschieden entgegenwirkt! Setzen Sie sich gleichzeitig in der europäischen und weltweiten Klimapolitik dafür ein, dass die Staatengemeinschaft an den gesteckten Klimaschutzzielen festhält und diese konsequent verfolgt.

Diese Aufgabe verlangt eine mutige Politik – und das notwendige Vertrauen der Gesellschaft für eine solche Politik! Der Deutsche Alpenverein ruft all seine Mitglieder und die Gesellschaft insgesamt auf, durch persönliches Verhalten dem Voranschreiten der Klimakrise entgegenzuwirken und wirksame Maßnahmen zum Klimaschutz zu unterstützen.

Die Zeit des Zauderns ist vorbei, wir müssen handeln. Jetzt!

Zweitens hat der DAV eine Selbstverpflichtung zum Klimaschutz verabschiedet. Darin fordert er konkrete Maßnahmen auf Bundes-, Landes- und Sektionenebene, und zwar im Hinblick insbesondere auf seine Infrastruktur und den Mobilitätsbereich.

Hier der entsprechende Text:

Klimaschutz: Selbstverpflichtung des DAV

Die Hauptversammlung fordert Bundesverband, Landesverbände und Sektionen auf, in den Handlungsfeldern „Emissionserhebung“, „Emissionsbereich Infrastruktur“ und „Emissionsbereich Mobilität“ Maßnahmen zu ergreifen,um ihre Emissionen deutlich zu senken.

Der DAV unterstützt das Pariser Klima-Abkommen uneingeschränkt; für das Ziel seiner eigenen Klimaneutralität ist dem vorzulegenden Gesamtkonzept ein ambitionierter Zeitraum zu definieren.

Drittens hat sich der DAV für eine Klimaschutzabgabe entschieden. Ab 2021 soll pro Vollmitglied und Jahr 1 € in einen Fonds fließen, aus dem Klimaschutzprojekte in den Sektionen, Landesverbänden und im Bundesverband finanziert werden. Bei 1,3 Mio. Mitgliedern macht das rund 1 Mio. € pro Jahr aus, weil verschiedene Beitragsermäßigungen berücksichtigt werden müssen.

Unter https://www.alpenverein.de/der-dav/presse/presse-aktuell/dav-hauptversammlung-in-muenchen-der-dav-beschliesst-konsequenten-klimaschutz_aid_34173.html bekommen Sie weitere Informationen.

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