Erfolgreicher Arbeitseinsatz 2016 in Leutasch

Text und Fotos: Uwe Conrad

In diesem Jahr fand der Arbeitseinsatz von Montag, den 20. bis Freitag, den 24. Juni statt. Gestartet waren wir (Franz Schneider, Herbert Lammers und der „Neue“, Herbert Bauch aus Lippstadt, und ich) am Freitagmorgen, den 17. Juni. Daniel Karl vervollständigte die Truppe wie schon seit Jahren. Bereits vor Ort, hatte er schon die neue Unterkunft bei Martina inspiziert und für gut befunden. Ein Umzug war leider notwendig geworden, da Barbara und Andreas Ripfl die 3 Ferienwohnungen aufgeben mussten. Ein Umbau für den Sohn, der mit seiner langjährigen Freundin eine Familie gründen möchte, machte diesen Schritt notwendig und damit ebenso unseren Umzug zu Martina und Martin. Da auch bei diesen beiden eine bereits seit mehreren Jahren bestehende Freundschaft vorliegt, fiel dieser Schritt jedoch nicht so schwer. Auch hier konnten wir die 3 bestehenden Ferienwohnungen für die Zeit unseres Arbeitseinsatzes unser Eigen nennen.

Am Samstag liehen wir uns dann bei Sport Wedel (1.123 m üNN) fünf Mountainbikes aus, um erneut Kerstin und Thomas Lehner auf dem Hallerangerhaus (1 768 m üNN) im Karwendelgebirge zu besuchen. Nach einer dreistündigen Anfahrt über Scharnitz (964 m üNN) stellten wir die Fahrräder an der Kastelalm (1.220 m üNN) ab, stiegen anschließend noch ca. 2 Stunden auf und wurden wieder aufs herzlichste begrüßt.

Am nächsten Tag fuhren wir bei Nieselregen los, um dann im strömenden Regen völlig durchnässt und durchgefroren in unserer Unterkunft anzukommen. Also alles wie immer. Der „Neue“ war also entsprechend vorbereitet auf die dann am Montag beginnende Arbeitswoche.

Pünktlich um 7 Uhr fanden wir uns am Bauhof ein, 9 Grad, Regen und rein ins sogenannte Grünzeug, worin man zwar von außen nicht nass wird, dafür aber von innen (nicht wirklich atmungsaktiv). Und los ging es zum Franzosensteig: ausschneiden, ausschneiden, ausschneiden.

Am Dienstag dann besserte sich das Wetter und wir fuhren zur Hochfeldernalm (1.753 m üNN), die höchste Baustelle in Mieming. Nach ca. 2 Stunden erreichten wir das Felderer Joch (2 024 m üNN). Links geht es übers Gatterl zur Zugspitze und rechts markierten wir den vor ca. 3 Jahren neu angelegten Weg zum Steinernen Hüttl (1.925 m üNN), das nicht mehr bewirtet wird, aber ein Notlager für 10 Personen ist vorhanden. Da in einer Querung oft bis zum Sommer hin noch Schnee und Eis liegt, war diese Verlegung mehr als notwendig und macht jetzt diesen Übergang und damit die gesamte Tour etwas einfacher und insgesamt sicherer. Oft genug mussten Tourengänger in den vergangenen Jahren an dieser Stelle umkehren.

Auf der Tillfussalm (1.382 m üNN), bei der wir Alfred, den ehemaligen Hüttenwirt vom Steinernen Hüttl, mit seiner Frau und Tochter trafen, jetzt Hüttenwirt der Tillfussalm, endete der zweite Arbeitstag.

Mittwoch, 7 Uhr, Bauhof und … schönes Wetter. Wir machten uns erneut auf ins Gaistal. Diesmal zur Begehung des Südwandsteigs. Mit Ausbesserungen des Weges und Erneuerung der Wegmarkierungen vollendeten wir diesen schönen Tag, der an der Rotmooshütte (2.030 m üNN) begonnenen hatte und an der Wangalm (1.753 m üNN) sein Ende fand.

Am Donnerstag erwartete uns erneut blauer Himmel und Sonnenschein und um 7.15 Uhr erfolgte der Start zu unserem längsten und arbeitsreichsten Tag: Der Einstieg begann am Hohen Sattel (1.495 m üNN) Richtung Große Ahrnplattenspitze (2.171 m üNN), der sich nach letztjähriger Begehung und entsprechender „Pflege“ in gutem Zustand zeigte.

Nachdem wir am Abzweig zum Gipfelaufstieg vor 2 Jahren den Weg links Richtung Weißkopf nahmen, schlugen wir dieses Mal den Weg rechts Richtung der sogenannten Achterköpfe (1.950 m üNN) ein. Und hier begann dann auch die Arbeit: ausschneiden, ausschneiden und noch mal ausschneiden. Nach einer kurzen Rast füllten wir an der Arnspitzhütte (1.930 m üNN), einer Selbstversorgerhütte, die noch bis vor wenigen Jahren durch den Großvater von Alfreds Frau in Stand gehalten wurde, unseren Flüssigkeitsverlust mit Wasser auf, um dann gestärkt Richtung Riedkopf (1.860 m üNN) weiterzuarbeiten. An einer Stelle war der Weg so durch Latschen zugewachsen, dass wir tatsächlich die Weiterführung des Weges suchen mussten. Unglaublich!

Eine wunderschöne Tour, die oft von Mittenwald aus begangen wird und durch immer wiederkehrende Beschwerden nun endlich, erneut durch uns (!), in Stand gesetzt wurde. Eigentlich obliegt die Instandhaltung dieses Weges der Sektion Hochland, wird jedoch seit Jahren (!) durch uns entsprechend saniert, da die Beschwerden regelmäßig an das Tourismusbüro in Leutasch herangetragen werden.

Nach einem mehr als 10-stündigen Tag mussten wir dann auch abbrechen, da eine vollständige Sanierung ob der Länge des Weges und der doch erheblichen Wucherungen der Latschen einen weiteren Einsatz des Bauhofes oder erneut durch uns im kommenden Jahr erforderlich macht. Den Ausklang des aber trotzdem erfolgreichen Tages bestimmte dann am Abend die obligate Feier im Bauhof in geselliger Runde zum Stillen des Hungers mit hervorragendem Grillgut und des Durstes, nicht nur mit Wasser.

Am Freitagmorgen ging es dann erst um 7.30 Uhr weiter mit kleineren Einsätzen, wie z. B. der Instandhaltung der Begehung der Zipfelklamm vom Hohen Sattel aus, wo immer wieder neue Stufen zur Bewältigung des seitlich in die Klamm reinlaufenden Erdrutsches angelegt werden müssen.

Am Samstag erfolgte dann die lange Rückfahrt nach einem wieder erfolgreich zu Ende gegangenen Arbeitseinsatzes, ganz in Vorfreude, was uns wohl im kommenden Jahr erwarten wird.

Zuletzt noch die Information, dass die Leitung des Tourismusverbundes Olympiaregion Seefeld/Leutasch/Mösern neu besetzt wurde. Inwieweit es dadurch zu Veränderungen kommen wird, wird man sehen.

Also schauen wir jetzt schon mit Vorfreude auf das kommende Jahr.

Ihr Bergwart
Uwe Conrad

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