Wandertagebuch zur Mehrtagesfahrt ins Pflerschtal/Südtirol vom 5. bis 14. September 2019

 

Text: Jochen Ogurek/Manfred Kolkmann, Fotos: Manfred Kolkmann

Schon bei der Anreise mangelte es nicht an guter Versorgung

Am Donnerstag, den 5. September um 4 Uhr starteten wir mit 41 Teilnehmern unsere 10-Tage-Fahrt ins Pflerschtal/Südtirol. Die Anfahrt erfolgte bei 14 Grad und zunächst trockenem Wetter bis zum Rastplatz Bühleck. Hier übernahm unser Fahrer Justus den Bus, der uns an den Wandertagen zu unseren Startpunkten gefahren hat. Nach einer kurzen Pause setzten wir über die weiteren Rastpunkte Riedener Wald, Greding und Kiefersfelden bei noch regenfreiem Wetter unsere Fahrt fort. Die Pausen wurden uns mit gespendeten Kuchen einiger Wanderinnen und Wanderer versüßt. Auf der letzten Etappe setzte dann Regen ein. Unser Ziel, das Hotel Bergkristall in Gossensaß, erreichten wir bei leichtem Regen und 15 Grad um 16:15 Uhr. Weitere 5 Teilnehmer waren mit Wohnmobilen bzw. mit dem Pkw angereist. Nachdem wir uns nach der langen Anfahrt frisch gemacht hatten, war um 18:15 Uhr das traditionelle Aufhängen der Sektionsfahne. Danach ließen wir uns unser wohlverdientes Abendessen schmecken und den Abend bei einem guten Getränk gemeinsam ausklingen.

Im Kräutergarten

Freitag, den 6. September war dann unser erster Wandertag. Alle gemeinsam traten wir nach einem abwechslungsreichen Frühstücksbuffet vom Hotel aus unsere Wanderung im Pflerschtal zu den Wasserfällen an. Auf dem Weg hat ein Kräutergarten das Interesse einiger Wanderinnen geweckt. Hier wurden in einem kleinen Geschäft, das allerdings erst am Nachmittag öffnete, die eigenproduzierten Waren angeboten. Entlang des Fernerbaches ging es gemächlich bei noch regenfreiem Wetter zunächst bis nach St. Anton. Hinter St. Anton setzte dann leider der vorhergesagte Regen ein. Nachdem wir uns am Kraftwerk unsere Regenkleidung angezogen hatten, kam auch schon die erste Herausforderung. Über Wald- und Wurzelwege ging es recht steil aufwärts und durch den andauernden Regen war es stellenweise rutschig. Die Pausen hatten wir nur kurz gehalten, um nicht zu sehr auszukühlen. In Hinterstein wurde uns von einem Bauern die Querung einer Wiese, wo laut Karte der Weg verlief, verweigert. Er wies uns auf einen anderen Weg, der unsere geplante Wanderung um einiges verlängerte. Entlang an kleineren Wasserfällen erreichten wir dann unseren Mittagsrastplatz oberhalb der „Hölle“. Wegen des anhaltenden Regens mussten wir hier notgedrungen unter Tannen im Stehen unsere Pausenbrote verzehren. Während dieser Pause stiegen aber auch noch viele Teilnehmer über eine Stein- und Holzstufenanlage zur „Hölle“ hinunter. Auf einer Plattform im unteren Bereich konnte man einen imposanten, tosenden Wasserfall besichtigen. Bei Regen traten wir den Rückweg an. Am Bus vor dem Hotel hat uns bereits unser Fahrer Justus erwartet. Hier hat unsere Wanderkameradin Andrea, die heute Geburtstag hatte, uns mit einem köstlichen Heuwiesen-Kräuterschnaps überrascht. Im Anschluss wurde im Hotel Kaffee und Kuchen gereicht, an dem wir uns alle reichlich bedienten.
Wir wanderten 15
km und hatten 375 Meter im Auf- und Abstieg.

Im Nebel ging es hinauf zur Lotterscharte

Mit der 32 Leute starken Wandergruppe fuhren wir am Samstag, den 7. September um 9 Uhr mit der direkt neben dem Hotel liegenden Sesselbahn Ladurns bei dichter Bewölkung und ganz feinem Nieselregen in 12 Minuten hinauf zur Bergstation. Um 9.25 Uhr starteten wir auf dem Dolomieuweg zunächst für etwa einen Kilometer den Fahrweg hinunter, um nach dessen Ende und einem Stück schmalen Weges in den Wald hoch mussten. Aufgrund fehlender Ausschilderung und des sehr saftigen Untergrundes des kaum zu sehenden Weges direkt neben einem schmalen Sturzbach dachten wir zunächst an eine Verwechslung, stellten dann aber fest, dass wir genau richtig waren. Wegen der matschigen Strecke und nach einem Blick in die Karte entschieden wir uns zum Rückmarsch zur Bergstation, um von da auf dem Fahrweg hinauf zur Edelweißhütte zu laufen. Von hier führte ein weiterer Weg über eine Scharte auch auf die zunächst angedachte Strecke. 12 Wandersleute entschieden sich jedoch gegen den Anstieg und machten sich nach einer Einkehr in der Edelweißhütte auf den Wanderweg hinunter zur Talstation.
Die verbliebenen 20 gingen durch Strauchwerk hoch zu einem Wiesenhang und mussten dann, als alles plötzlich vernebelt war, durch eine Geröllhalde hinauf zur Lotterscharte (2.139 m). Zuvor legten wir auf den mit riesigen seitlichen Holzbalken ausgebauten Stufen bei aufhörendem Regen unsere Mittagsrast ein. Kurz nach 13 Uhr erreichten wir die Scharte und nach einem kurzen Berg Heil gingen wir auf der anderen Seite über einen schönen Wiesenhang mäßig steil hinunter. Nach etwa einer halben Stunde verzog sich der Nebel und bei langsam durchkommendem Sonnenschein konnten wir endlich die Aussicht genießen. Gegen 14.20 Uhr trafen wir am Almendorf Vallming, das durch seine Urtümlichkeit erhalten geblieben ist, ein. Nach einer kurzen Umschau in dem kleinen Dorfgelände querten wir einen bewachsenen Hang und erreichten das Biotop Kastellacke. Am Gipfelkreuz des auf einer Bergwiese gelegenen Biotops machten wir Fotos und genossen beeindruckende Ausblicke auf die umliegende Bergwelt. Dann war es nicht mehr weit bis zur Bergstation der Roßkopfbahn, mit der wir hinunterfuhren und unten am Bus mit der Berggruppe zusammentrafen.
Die Berggruppe fuhr nach dem Frühstück zunächst zur Talstation der Roßkopfbahn in Sterzing. Von der Bergstation haben wir dann mit 13 Personen um 9:30 Uhr bei 5 Grad und Regen die heutige Wanderung zum Roßkopf begonnen. Zunächst ging es über schöne Waldpfade einen langen Abstieg hinunter nach Obertelfes. Witterungsbedingt hatten wir uns gefühlt alle 10 Minuten umgekleidet. Auf dem Anstieg an der Freundalm hatte uns die Almwirtin sehr nahe gelegt, von unserer geplanten Tour über die Ochsenscharte und der Gratwanderung zum Roßkopf Abstand zu nehmen. Bei der derzeitigen Witterung sei dieser Weg sehr kritisch. Anstelle dessen empfahl sie uns, über den Ridnauner Höhenweg über die Kuhalm zu wandern. Wir folgten ihrem Rat und kamen um 13 Uhr auf der Kuhalm an. Da wir durch den jetzt verkürzten Weg Zeit gewonnen hatten, haben wir uns auf der Alm eine kleine Einkehr gegönnt. Bei warmen Getränken und schmackhaften Speisen hatten wir uns schnell erholt. Nachdem uns der freundliche Wirt auch noch erklärte, dass wir auf unseren geplanten Gipfel, den Roßkopf, nicht verzichten müssen, war die Freude umso größer. Über einen nicht markierten, recht steilen, aber ansonsten gefahrlosen Weg erreichten wir bei fast klarer Sicht den Roßkopf. Auch der Regen ließ langsam nach. Da es am Gipfel windig und kalt war, haben wir uns nach kurzer Pause auf den problemlosen Abstieg begeben. Um 15:15 Uhr erreichten wir die Bergstation der Roßkopfbahn. Im Tal am Bus angekommen, hatte sich das Wetter weiter stabilisiert und unser Fahrer Justus erwartete uns bereits. Kurze Zeit später traf auch die Wandergruppe wohlerhalten am Bus ein. Gemeinsam haben wir uns (je nach Wunsch mit Kaffee und Kuchen oder anderen Getränken) gestärkt, bevor wir die Heimfahrt zum Hotel antraten. Nachdem wir uns im Hotel wieder „salonfähig“ gemacht hatten, haben wir nach dem Abendessen den Tag gemeinsam Revue passieren lassen und uns noch lange unterhalten.
Die Berggruppe wanderte 13 km und hatte 900 Meter im Auf- und Abstieg.

Am Sonntag, den 8. September haben wir witterungsbedingt das geplante Programm abändern müssen. Wir fuhren, bis auf 5 Personen, alle gemeinsam nach Brixen. Bei Dauerregen hatte man in der 22.000-Einwohner-Stadt noch die meisten Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. So wurden von vielen Teilnehmern der prunkvoll ausgestattete Dom mit seinem Kreuzgang und auch andere Kirchen besucht. Die einzelnen kleinen Gruppen trafen sich zufällig in der schönen Altstadt immer wieder. Einige Wanderinnen und Wanderer nutzten auch die Gelegenheit, um bei einem warmen Cappuccino oder einem Stück Pizza kurz dem Dauerregen zu entrinnen. Nach 3 Stunden Aufenthalt in Brixen traten wir die Heimreise zum Hotel an. Auf dem Weg zum Hotel stellten wir fest, dass die Schneefallgrenze erheblich gesunken war. Nach Ankunft um 15:15 Uhr am Hotel Bergkristall stand die restliche Freizeit bis zum Abendessen zur freien Verfügung.
Am nächsten Morgen berichtete Radio Südtirol in den Wetternachrichten, dass Brixen der Ort in ganz Südtirol war, an dem tags zuvor der wenigste Regen gefallen war (also alles richtig gemacht …).
Wegen der Wettersituation am Samstag und Sonntag haben wir das Wanderprogramm umstellen müssen. Die Schneefallgrenze war auf 1.300 Meter gesunken.

Bei der Plitschalm war alles weiß

Am Montag, den 9. September fuhren wir deshalb mit dem Bus nach Maria Trens. Von hier aus starteten wir zunächst gemeinsam über einen ziemlich steilen Anstieg Richtung Partinges. In jeder Kehre, in der wir den Fahrweg schnitten, legten wir deshalb kurze Pausen ein. Wir, die Wandergruppe, gingen mit 30 Personen dann über den Lottersteig Richtung Gschließegg. Obwohl der Steig relativ eben verlief, stellte er aber schon Anforderungen an Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Dies vorausgesetzt, war der Lottersteig aber ein sehr schöner Weg mit vielen Aussichten in das Tal und die gegenüberliegende verschneite Bergwelt. An der Wegkreuzung mit dem Pfunderer Höhenweg fanden wir eine geschützte und sonnige Raststelle mit mehreren Bänken und Tischen für unsere Mittagspause. Die Wettersituation übertraf nach den Regentagen unsere Erwartungen. Unseren höchsten Punkt mit 1.670 Metern erreichten wir am Gschließegg. Die weitere Wanderung über den Pfunderer Höhenweg Richtung Pirchhof und von dort nach Maria Trens war sehr schön, aber glücklicherweise nicht mehr besonders anstrengend. Um 15:45 Uhr trafen wir dann mit der zwischenzeitlich zu uns gestoßenen Berggruppe gemeinsam am Bus ein. Am Bus konnten wir uns nach dem schönen Wandertag mit Kuchen und Getränken jeglicher Art stärken, bevor wir dann unsere Heimreise zum Hotel antraten.
Die Wandergruppe lief heute 13 km und hatte 760 Meter im Auf- und Abstieg zu bezwingen.

Kleine Hürden waren keine Schwierigkeit

Um 9 Uhr startete die Berggruppe mit elf Leuten auf dem Weg 5 zunächst an der Schule vorbei und dann durch einen schönen Waldsteig, nach einer halben Stunde auf einer asphaltierten Straße und einem weiteren Stück Waldweg hinauf zu der Verzweigung in Tratter (an der die Wandergruppe einen anderen Weg nahm), die wir nach einer Stunde erreicht hatten. Über Wald- und Wiesenwege ging es weiter nur bergauf, wobei ab etwa 1.500 m Höhe die ersten kleinen Schneeflecken zu sehen waren. Nach einer weiteren halben Stunde hatten wir den Longiner Tropf (1.581 m) erreicht. Um 11 Uhr kamen wir an der verlassen wirkenden, verschneiten Plitschalm (1.820 m) an. Hier wurde sogar ein kleiner Schneemann geformt. Zwei Übereifrige gingen dann plötzlich alleine weiter auf dem Weg 5, mussten dann aber zurückgerufen werden, da es ab hier auf den Pfunderer Höhenweg ging. Nach 20 Minuten Pause querten wir einen verschneiten Wiesenhang, von dem wir herrliche Blicke ins Tal genießen konnten, und Waldabschnitte, bevor wir nach einer Stunde auf einem von der Sonne beschienenen weiteren Wiesenhang unsere Lunchpakete verzehrten.
Nach kurzer Kontaktaufnahme mit der Wandergruppe gingen wir bei immer weniger Schnee über einen Steig hinunter nach Gschließegg, wo die Wandergruppe kurz zuvor ihre Rast gemacht hatte und kaum noch Schnee lag. Kurz vor dem Pirchhof stießen wir erstmals auf die Wandergruppe, legten aber bei deren Weitergehen eine Pause ein und holten sie auf dem Trenser Höhenweg ein zweites Mal ein, um dann gemeinsam nach Trens zu laufen.
Die Berggruppe wanderte heute ebenfalls 13 km und hatte 950 Meter im Auf- und Abstieg zu bezwingen.

Mittagspause auf dem Platschjoch

Am Dienstag, den 10. September fuhren wir um 8:30 Uhr mit dem Bus ins Jaufental. Das Wanderwetter war vielversprechend. Die Berggruppe startete die Rundwanderung um 9:15 Uhr unterhalb vom Jaufentaler Hof. Zunächst ging es ansteigend über asphaltierte Straße bis in die Siedlung Hofer. Wenig später begann ein längerer Anstieg. Da das Wetter es schon gut mit uns meinte, war es angenehm, die Höhenmeter größtenteils über schöne, schattige, bewaldete Wege zu gehen. Der Anstieg endete zunächst auf der wunderschön gelegenen Gringger Wiese. Weiter ansteigend ging es über das Gostjöchl durch kleinere Schneefelder, die aber nicht beeinträchtigend waren. Am Schnittpunkt des Höhenweges 17B mit dem Wanderweg 18 trafen wir auf unsere Wandergruppe, die gerade einen ordentlichen Anstieg bewältigt hatte. Nach kurzem, aber lautem „Hallo“ setzten wir auf dem aussichtsreichen Höhenweg unseren Weg fort und erreichten kurze Zeit später das Platschjoch, wo wir an einer kleinen Hütte unsere Lunchpakete verzehrten. Auch war hier mit 1.802 Metern der höchste Punkt der Wanderung erreicht. Nach der Mittagspause gestaltete sich der weitere Abstieg etwas komplizierter. Ein Teil unseres Weges sollte über den Weg 17B nach Schluppes führen. Zunächst liefen wir an dem vermeintlichen Einstiegspunkt vorbei. Nachdem wir dies bemerkt hatten, versuchten wir allerdings vergeblich, den Einstiegspunkt zu finden. Etwas verärgert setzten wir gezwungenermaßen unseren Weg über einen langweiligen breiten Wirtschaftsweg in Richtung Tal fort. Wieder kurze Zeit später fanden wir aber einen Abstieg über einen Pfad, der nicht in der Karte verzeichnet war. Die Richtung passte und so folgten wir diesem schönen Waldpfad in Richtung Tal. Die auf dem Weg liegende Ungerer Hofschänke mussten wir leider „links liegenlassen“. Dort war am Dienstag Ruhetag. Vom Wirt erfuhren wir noch, dass der von uns oben gesuchte Wanderweg 17B ins Tal so nicht mehr existiert. Um 15:30 Uhr erreichten wir unseren Bus und fuhren direkt weiter zum Ort Stange, wo wir auf einem Parkplatz an der Gilfenklamm auf die Wandergruppe warteten. Nach dem Eintreffen der Wandergruppe gab es natürlich wieder eine erste Stärkung am Bus, bevor wir gemeinsam die Heimfahrt Richtung Hotel fortsetzten.
Am heutigen Tag wanderte die Berggruppe 15 km und hatte 780 Meter im Auf- und Abstieg zu bewältigen.

In der Gilfenklamm

Kurz nach der Berggruppe startete die Wandergruppe auf einer asphaltierten Straße, bis wir bei Plank auf einen Waldsteig abbogen, der es in sich hatte, denn es ging gut 600 Höhenmeter nur steil bergan – und ab etwa 1.700 m kamen vereinzelte Schneereste dazu – bis zum Platschjoch (1.802 m), das wir um 12 Uhr erreichten. Gleichzeitig traf auch die Berggruppe dort aus Richtung Gostjöchl ein, was zu einem gemeinsamen Foto genutzt wurde. Während die Berggruppe weiterzog, machten wir hier oben auf dem Plateau unsere Mittagsrast und genossen das herrliche Panorama rundum mit weißen Bergspitzen. Um 12:45 Uhr gingen wir weiter, zunächst ein schönes Stück über den Kamm, um dann abzubiegen auf einen Steig, der uns bergab und ein paarmal die Jaufenpassstraße querend nach Kalch führte. Als wir hier um 14 Uhr eintrafen, mussten wir erst mal den Weg Richtung Jaufensteg suchen, denn wegen eines Hausbaus auf der ursprünglichen Strecke ist er in diesem Jahr verlegt worden. Einige nutzten die Zeit zum Austreten und fürs Eisessen. Nach 20 Minuten marschierten wir dann weiter und gelangten fast nur auf Waldwegen hinunter nach Jaufensteg, wo der Einstieg zur Gilfenklamm liegt, den wir nach zehnminütiger Trinkpause passierten. Über hölzerne Stege und Brücken sowie auch neue Eisenbrücken wanderten wir durch eines der beliebtesten und bekanntesten Naturwunder Südtirols, das sich von Jaufensteg im Ratschingstal mit donnernden, stürzenden Wassermassen des Ratschingser Bachs zwischen den beeindruckenden, turmhohen steinigen Felsen bis nach Stange schlängelt. Nachdem die Ersten nach einer Stunde das Ziel in Stange erreichten, trafen die Letzten etwa zehn Minuten später ein. Dann ging es gemeinsam noch etwa 300 Meter bis zum Busparkplatz, wo uns die Berggruppe jubelnd empfing.
Die Wandergruppe bewältigte heute 10 km bei 630 Meter im Auf- und 830 Meter im Abstieg.
Heute gab es auch den von vielen Teilnehmer gewünschten Pizza-Abend. Zusätzlich zu der üblichen Vorspeise und einem Nachtisch gab es als Hauptgericht Pizza in Hülle und Fülle.

Am Gipfelkreuz bei der Edelweißhütte

Am Mittwoch, den 11. September holten wir bei schönem Wanderwetter die bereits für Sonntag geplante Wanderung nach. Vom Hotel aus ging es zunächst für beide Gruppen mit der Sesselbahn Ladurns hinauf. Von der Bergstation aus starteten wir mit der Wandergruppe mit 18 Wanderinnen und Wanderern unseren heutigen etwas entspannteren Weg auf dem Dolomieu-6-Almen-Weg. Die Herausforderung war hier nur der Abstieg von 840 Metern. Nur wenige Anstiege waren zu bewältigen. Vorbei an den Füßen mehrerer Wasserfälle und durch kleinere Flussläufe gestaltete sich die aussichtsreiche Tour bei jetzt hervorragendem Wanderwetter trotz des langen Abstieges als sehr entspannte Tour. Unsere Lunchpakete verzehrten wir bei strahlendem Sonnenschein auf einer schönen Almwiese an einer Hütte. Nach der Mittagspause setzte unsere Gruppe gut gelaunt den weiteren Abstieg fort. Um 14:30 Uhr kamen wir nach einem wirklich schönen und abwechslungsreichen Abstieg in St. Anton an. Ab hier folgten wir wieder dem uns bereits bekannten Weg entlang des Fernerbaches in Richtung Hotel. Unser Fahrer Justus erwartete uns am Hotel auch schon am Bus, und das mit Musik! Kurze Zeit später traf auch die Berggruppe ein. Bei guter Musik und ausgelassener Stimmung wagten sogar einige Wanderinnen und Wanderer ein kleines Tänzchen auf dem Parkplatz vor dem Hotel.
Die Wandergruppe schaffte heute 14 km bei 260 Meter Aufstieg und 840 Meter Abstieg.

Kleine Hindernisse auch beim Abstieg vom Teissljöchl

Nachdem alle wieder um 9 Uhr mit der Sesselbahn Ladurns hochgefahren waren, trafen zeitgleich an der Bergstation auch die drei Extremwanderer ein, die um 8:15 Uhr am Hotel gestartet waren und die knapp 600 Höhenmeter in einer guten Stunde erreicht hatten und dabei auch noch Fotos geschossen haben. Bei einem Wolken-Sonne-Mix war die Berggruppe gerade mit 16 Personen (inkl. Busfahrer) gestartet, als nach nur etwa 300 m eine Wanderin einen Schwächeanfall erlitt, woraufhin ihr Mann und der Busfahrer sie zurückbegleiteten. Mit 13 Leuten stieg die Gruppe dann durch mit Blau- und Himbeersträuchern gesäumte Wege – und immer das mächtige Bergmassiv des Tribulaun im Blickwinkel – hinauf zum Speicherbecken, um von dort in ein paar Minuten zur Edelweißhütte (1.982 m) zu gelangen, die allerdings heute ihren Ruhetag hatte. Am auf den saftigen Wiesen stehenden Gipfelkreuz machten wir eine kurze Rast und ein paar Fotos, um dann nur noch eine kurze Strecke zum 1.990 m hohen Teissljöchl, dem höchsten Punkt dieses Tages, zu gelangen. Über einen Wiesenhang, dessen Sträucher auch noch viele Früchte trugen, die wiederum gerne gegessen wurden, stiegen wir hinab bis zum Abzweig mit dem Dolomieuweg, den ab hier auch die Wandergruppe gegangen ist. Kurz hinter der Toffringalm auf einem im Sonnenlicht erstrahlenden Wiesenhang legten wir unsere Mittagspause ein und gingen dieselbe Strecke wie die Wandergruppe.

Gute Musik und ausgelassene Stimmung animierten zum Tanzen

Als wir um kurz vor 16 Uhr am Bus ankamen, war dort schon eine kleine Party zugange, der wir uns gerne anschlossen.
Die Berggruppe musste heute 12,6 km bewältigen bei 360 Meter Aufstieg und 940 Meter Abstieg.
Auch heute wurde uns von der Hotelleitung ein weiterer Essenswunsch erfüllt. Es gab zum Nachtisch Kaiserschmarrn.

Da das Wetter jetzt optimal war, haben wir am Donnerstag, den 12. September wieder eine anspruchsvollere Tour gestartet. Um 8:30 Uhr fuhren wir gemeinsam mit dem Bus nach Ridnaun zur Bushaltestelle Gassenhof Joggiller. Wir, die Wandergruppe, starteten mit 25 Teilnehmern den Weg nach Mareit. Schon kurz nach dem Start unserer Wanderung führte uns ein steiler, über Stufen und Wurzeln führender Weg hinunter in die Achenrainschlucht. Da der Weg in vielen Serpentinen verlief und größtenteils mit Handläufen gesichert war, war der Abstieg durch den Wald und die immer lauter werdenden Wassermassen in der Schlucht ein schon anspruchsvolles, aber auch wunderbares Erlebnis. Der Weg entlang des Ridnaunbaches war wegen der vermutlich hohen Luftfeuchtigkeit, verursacht durch den tosenden Bach, schon mystisch. Alle Felsen waren mit Moos und vielen farbigen Flechten besetzt. Das durch die Bäume fallende Sonnenlicht erzeugte eine weitere besondere Atmosphäre. Es war schon ein bisschen schade, dass wir in Mareit den schönen Weg verlassen mussten. Und dann begann auch noch die Anforderung des Tages mit einem steilen Anstieg in einiger Entfernung entlang des Runkenbaches. Der Weg war im Gegensatz zu dem Weg im Tal auch nicht sehr ansprechend und die pralle Sonne auf fast wegloser, steiler Wiese ließ uns ordentlich ins Schwitzen kommen. Endlich oben angekommen, legten wir zunächst unsere Mittagsrast ein. Nachdem wir uns gestärkt hatten, stand das Proben eines Liedes zur Verabschiedung Manfreds als Tourenleiter auf dem Programm. Mehrmals übten wir das von Ulla neu getextete Lied „Das Wandern ist des Manfreds Lust“. Nun wurde es auch Zeit, unseren Weg über den „Unteren Ridnauner Höhenweg“ weiterzugehen. Nachdem wir in leichtem Anstieg bei Reisig den mit 1.526 Metern höchsten Punkt unserer Wanderung erreichten, begann dann der lange, aber auch schöne Abstieg hinunter ins Ridnauntal. Nach Überschreitung des Ridnaunbachs und einem kurzen Parallelweg zum Wasserlauf kam dann für viele Wanderinnen und Wanderer fast schon überraschend ein (schöner) letzter Anstieg von etwa 100 Höhenmetern durch einen Mischwald mit altem Baumbestand. Aber auch diese letzte Hürde wurde mit Erreichen der Kirche St. Magdalena von allen geknackt. Von der Kirche auf dem Berg war bereits unten an der Straße unser Bus zu sehen. Mit diesem Ziel vor Augen setzten wir nach einer letzten Pause unseren Weg fort und um 16:15 Uhr hatten wir den Bus erreicht. Am Bus begrüßte uns die Berggruppe, die bereits eine Stunde vor uns eingetroffen war, mit einem Zieleinlauf. Das Wetter hatte heute wieder wunderbar mitgespielt und die Laune aller Beteiligten war ausgesprochen gut.
Am heutigen Tag ging die Wandergruppe 16 km und hatte 610 Meter im Auf- und Abstieg zu bewältigen.

Auf dem Mareiter Stein

Die Berggruppe startete um 9:15 Uhr an derselben Stelle in Gasse bei der Bushaltestelle bei bewölktem Himmel mit zehn Leuten. Bis zum Ziel ging es nur bergan. Der erste Streckenteil bis zur großen Pferdewiese bei der Höfegruppe Entholz war asphaltiert, dann kam ein kurzes Stück Fahrstraße. Danach folgte rechts hoch ein schöner Waldsteig. Um 11 Uhr hatten wir die Kerschbaumeralm erreicht. Gerne wären hier schon ein paar Mitwanderer eingekehrt, aber dafür war es noch zu früh. Nach ein paar Fotos mit dort lebenden Eseln machten wir uns über einen bewachsenen Berghang auf zu unserem Tagesziel, dem 2.192 m hohen Mareiter Stein. Als wir dort am höchsten Punkt mit seinem Gipfelsteinmann um 12 Uhr eintrafen, wunderten wir uns, dass das Gipfelkreuz etwas weiter nördlich an tieferer Stelle liegt. Eine wunderbare Rundumsicht belohnte die Anstrengung. Nach einigen unvermeidlichen Fotoaufnahmen genossen wir beim Gipfelkreuz unsere mitgebrachte Verpflegung und machten uns um 12:50 Uhr auf den Rückweg. Dieser erfolgte anfangs über den Aufstiegsweg. An einem beschilderten Abzweig wendeten wir uns nach rechts, um zur Wurzeralm zu gelangen. Schon von weitem sah sie irgendwie verlassen aus. Das bestätigte sich auch, denn an den Eingängen hingen Schilder, dass das Betreten gerichtlich verboten sei. Ein zufällig vorbeikommender älterer Einheimischer erklärte uns, dass die Alm schon seit etwa einem Jahr nicht mehr offen hat, da die Staatsanwaltschaft gegen die Eigentümerin und den Pächter wegen des Verdachts der Verletzung von Baugesetzen beim Um- und Ausbau der Hütte ermitteln würde. Eine Spitze gegen den Tourenleiter blieb da natürlich nicht aus, denn gerne wären einige eingekehrt (und bei der Kerschbaumeralm auch möglich gewesen). Aber es half nichts, wir mussten weiter, um wieder zum Ausgangspunkt zu gelangen. Über bewachsene Berghänge, Waldsteige und Straßen stiegen wir hinab. Nur einmal schienen wir wohl falsch abgebogen zu sein, denn auf mal sahen wir uns auf der Straße, die durchs Ridnauntal führt und von der wir schon das Ortsschild Gasse sahen. So gingen wir den letzten Teil unserer Wanderung bei heftiger Sonnenbestrahlung nicht ganz plangemäß entlang der Hauptstraße und erreichten um 15:20 Uhr unseren Bus. Etwa eine Stunde mussten wir dann noch auf die Wandergruppe warten.
Nach dem Eintreffen um 17:30 Uhr am Hotel stand bereits um 18:15 Uhr das Abnehmen der Vereinsfahne auf dem Programm. Nach dem Abendessen im Hotel Bergkristall hatten die Organisatoren rund um Karin den Abschlussabend vorbereitet. Viele Wanderinnen und Wanderer haben zur Belustigung aller Teilnehmer verschiedene kleine Stücke einstudiert. Den aktiven Schauspielern wurde lautstark applaudiert und selbst „Zugabe“-Rufe waren zu hören.
Im Anschluss wurde dann Manfred auf die „Bühne“ gerufen. Alle Beteiligten bedankten sich bei Manfred für seine Tätigkeit als Organisator und Tourenleiter mit gemeinsamen Geschenken. Von September 2006 bis aktuell September 2019 hatte Manfred 27 Frühjahrs– und September-Touren geplant, organisiert und durchgeführt. Und zum Schluss wurde dann noch das am Tag geübte Lied „Das Wandern ist des Manfreds Lust“ vorgetragen (Anmerkung des Schreibers dieser Zeilen: Ich glaube, ich habe da schon feuchte Augen bei Manfred gesehen).
Als letzter Punkt wurde der Tanzabend eingeläutet. Mit der passenden Musik wurde das Tanzbein bis in die Nacht geschwungen und selbst die männliche Bedienung konnte sich der Frauenpower unserer Wandertruppe nicht entziehen.

Zum Abschluss ging es zur wunderschön gelegenen Allrissalm

Am Freitag, den 13. September haben wir uns vor dem Frühstück zunächst bei der Hotelleitung für die gute Unterkunft, Bewirtung und das freundliche Miteinander bedankt. Kleine Störungen im organisatorischen Ablauf wurden vom Hotelpersonal umgehend beseitigt.
Nach dem Frühstück wanderten wir jetzt wieder alle gemeinsam zur Allrissalm. Der Weg dorthin ging zunächst erst mal wieder steil aufwärts. Aber das war für die meisten Wanderinnen und Wanderer schon keine Überraschung mehr. Nach dem Aufstieg war der Weg kurzweilig und wir erreichten gegen 12 Uhr die Allrissalm. Hier hatten wir bei strahlendem Sonnenschein einen gemütlichen Abschluss mit Mittagessen nach Wahl aus der Speisekarte.

Ein letztes Mal noch in die Verkaufsstelle des Kräutergartens …

Um 14:30 Uhr machten wir uns dann startklar zum letzten Abstieg nach St. Anton. Ein Teil der Gruppe ging den nun schon bekannten Weg zurück zum Hotel. 11 Personen fuhren mit dem Linienbus von St. Anton zurück zum Hotel, um sogleich nochmal mit der Ladurns-Seilbahn aufzufahren. Während 6 Männer mit den dreirädrigen Mountain Carts innerhalb von 15 Minuten 800 Höhenmeter über vorgegebene Serpentinenwege hinunterbretterten (die Wirbelsäule lässt grüßen!), haben die verbleibenden 5 Frauen an der Bergstation ein letztes Mal die schöne Aussicht auf das Pflerschtal genossen.
Heute war die komplette Wanderung zurück bis zum Hotel ca. 16
km lang und es waren nochmals 430 Meter im Auf- und Abstieg zu bewältigen.

Am Samstag, den 14. September um 7 Uhr war die Kofferverladung. Nach dem anschließenden Frühstück fuhren wir nun mit etwas Wehmut Richtung Heimat. Während der Heimreise wurde das bis jetzt gut gehütete Ziel für September 2020 bekannt gegeben. Es geht vom 17. bis 26.09.2020 nach San Lorenzo Dorsino/Trentino. Die weitere Heimreise verlief ohne nennenswerte Probleme, so dass wir um 20:30 Uhr wieder in Beckum eintrafen.

Nach dem wetterbedingten ungünstigen Start dieser Wandertage hatte der Wettergott doch ein Einsehen mit uns gehabt. Wir hatten viele schöne, erlebnisreiche Wanderungen für beide Gruppen. Speziell für die Wandergruppe gab es bedingt durch die Topografie an den zurückliegenden Wandertagen anspruchsvolle Touren, die denen der Berggruppe nahe kamen. Der Begriff „Berggruppe 2“ hat sich in diesen Tagen gefestigt. Auch von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die sich zwischenzeitlich einen Tag „Auszeit“ gönnten, kamen durchweg positive Resonanzen. Ein paar schöne Wandertage sind zu Ende.

 

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