Wandertagebuch zur Mehrtagesfahrt 2019 nach Masserberg (Thüringer Wald)

Die Teilnehmer der Masserbergfahrt

Text: Jochen Ogurek, Fotos: Manfred Kolkmann

Überall gibt es reichlich Hinweisschilder.

Am Donnerstag, den 20. Juni starteten wir um 8:15 Uhr mit 39 Teilnehmern und unserem Fahrer Rainer (bekennender Wandermuffel) bei unbeständigem Wetter unsere 4-Tage-Fronleichnamsfahrt nach Masserberg (Thüringen, Schiefergebirge). Die Anfahrt verlief, abgesehen von ein paar Regenschauern und der Sperrung unserer Autobahnabfahrt, ohne nennenswerte Probleme. Um 13:15 Uhr erreichten wir unseren Aussetzpunkt an einer Grillhütte südlich von Neustadt am Rennsteig. Nach der Mittagspause an der Grillhütte begann unsere erste Wanderung: zunächst über eine offene Hochfläche mit schöner Aussicht, dann über Waldwege talwärts in den kleinen Ort Altenfeld. Ab Altenfeld begann dann ein langer Aufstieg über Waldwege. Da es dazu auch noch ziemlich schwül war, wurde die Wanderung schon etwas anstrengend. An der Triniusbaude führte uns der Weg über den Rennsteig durch schmale Rinnen und Pfade weiter Richtung Hotel, welches wir um 17:15 Uhr erreichten. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen und uns frisch gemacht hatten, haben wir um 18:15 Uhr unsere Sektionsfahne aufgehängt. Anschließend ging es direkt zum Abendbuffet. Den Tag ließen wir gemeinsam bei einigen kühlen Getränken ausklingen. Die Wanderung heute war 12 km lang mit 300 Hm.

Werraquelle

Am Freitag, den 21. Juni ging es um 8:30 Uhr nach einem reichhaltigen Frühstück mit vielen Leckereien ab Hotel auf unsere erste Ganztags-Rundwanderung. Bei klarem Wetter, 19 °C und einer angenehmen Brise waren wir schon nach ein paar Minuten auf dem Rennsteig (Anmerkung: Wanderer auf dem Rennsteig grüßen sich bereits seit über 100 Jahren mit dem Ruf „Gut Runst“). Allerdings haben wir den Gruß nicht zu hören bekommen. Zur Einstimmung der Wanderung waren auf dem Weg zur Turmbaude gleich einige Dutzend Höhenmeter zu bezwingen. Während die meisten Wanderer die kleine Pause an der Turmbaude zur Erholung nutzten, erklommen andere die über 159 Stufen erreichbare Aussichtsplattform der 33 Meter hohen Rennsteigwarte, die hier direkt am Wegesrand steht. Über Waldwege und schöne Pfade, vorbei an der Heidehütte, Eisfelder Ausspanne und dem Germarstein auf der Pechleite, erreichten wir um 12:30 Uhr den idyllisch gelegenen Werrateich. Hier legten wir unsere Mittagsrast ein und ließen uns den Inhalt unserer Lunchpakete schmecken. Nach der Mittagspause war wieder ein längerer Anstieg zu bewältigen. Oben angekommen, lud dann die neu gestaltete Werraquelle zu einer kurzen Verschnaufpause ein. Das neue „Wirtshaus an der Werraquelle“ ließen wir allerdings aus Zeitgründen links liegen.

 

Weg durch den Eselsgrund

Der uneingeschränkte Höhepunkt der Tageswanderung war der Weg durch den Eselsgrund. Über traumhaft schöne Wald- und Wiesenpfade schlängelte sich der Weg im ständigen Auf und Ab entlang eines Zuflusses der Biber. Der Weg endete am Zigeunerfelsen in der Fehrenbacher Schweiz. Da der Ort Fehrenbach auch der niedrigste Punkt unserer Tageswanderung war, stand nun auf kurzer Distanz ein ordentlicher Anstieg bevor, den wir aber mit drei, vier kleinen Verschnaufpausen und ein paar kleinen Flüchen bewältigten. Um 16:15 Uhr erreichten wir unser Hotel. Auf dem Parkplatz erwartete uns am Bus unser Fahrer und bekennender Wandermuffel Rainer mit Kaffee und kühlen Getränken, zu denen wir uns nicht lange bitten ließen. Nach einer anschließenden ausgiebigen Dusche und frischer Kleidung ging es dann wieder an das mit vielen schmackhaften Leckereien angerichtete Buffet. Während des Essens stieß auch Ute Schmidt zu uns. Tourenleiter Manfred Kolkmann stellte Ute als seine Nachfolgerin ab 2020 vor. Abschließend ließen wir uns auf der Außenterrasse noch ein paar kühle Getränke schmecken. Ein paar Wanderinnen und Wanderer testeten auch noch die im Keller des Hotels untergebrachte „Fliegerbar“, in der freitags und samstags ab 21 Uhr das Tanzbein geschwungen werden konnte. Die Wanderung heute, bei idealem Wetter, war 24 km lang mit 520 Hm.

 

Auf dem Schneekopf

Am Samstag, den 22. Juni fuhren wir mit 38 Personen nach dem Frühstück um 8:30 Uhr zu einem Parkplatz am südlichen Ortsausgang von Oberhof. Von hier aus starteten wir um 9:45 Uhr bei angenehmem Wanderwetter zu unserer Rundwanderung. 6 Teilnehmer entschieden sich für eine kürzere und relativ ebene Variante zum Schneekopf und 4 Teilnehmer nutzten den Tag für einen Bummel in Oberhof und eine anschließende Kurzwanderung. Die Wanderung der Hauptgruppe erfolgte über die uns nun schon geläufigen Schotterwege, aber auch auf schönen Wanderpfaden. Vorbei an der Dürrenberger Hütte, erreichten wir über ein kurzen, sehr steilen Pfad um 12:30 Uhr den Gipfel des 978 Meter hohen Schneekopfs. Der Schneekopf ist nach dem Großen Beerberg mit 983 Metern der zweithöchste Berg des Thüringer Waldes und bei unseren Wanderungen der einzige Berg mit einem Gipfelkreuz. Auf dem Gipfel des Schneekopfs legten wir unsere Mittagspause ein und auch unsere Gruppe „Kurzwanderer“ traf fast zeitgleich ein. Auf Grund der immer noch sehr guten Wetterlage hatten wir eine sehr gute Rundumsicht auch über den Thüringer Wald hinaus. Um 13:15 Uhr traten wir dann gemeinsam den Rückweg an: vorbei an der Neuen Gehlberger Hütte und Plänckners Aussicht (unterhalb des Großen Beerbergs) sowie dem höchsten Punkt des Rennsteigs. An der Verzweigung zum Forsthaus Sattelbach stießen auch noch unsere 4 Oberhof-Bummler zu uns, um den Rest des Weges jetzt wieder mit allen Wanderern gemeinsam zu gehen. Um 15:45 Uhr am Parkplatz erwartete uns wieder Rainer mit kühlen Getränken und „Stärkungstropfen“. Jetzt wurde es windiger und es zogen dunkle Wolken auf. Unmittelbar nach Antritt der Fahrt zum Hotel setzte starker Regen ein. Aber das berührte uns nicht mehr. Gut gelaunt erreichten wir um 17:15 Uhr unser Hotel, wo wir nach dem Duschen um 18:15 Uhr mit geübter Zeremonie unsere Sektionsfahne abnahmen. Nach dem Abendbuffet, das wieder ausgezeichnet war, saßen wir ein letztes Mal im Außenbereich des Hotels zusammen und ließen die schönen Wandertage mit vielen kleinen Begebenheiten Revue passieren. Die Wanderung heute mit 450 Hm war 20 km lang.


Das „Schankmädchen“ gab einen Einblick in die Brauereigeschichte.

Am Sonntag, den 23. Juni nach dem letzten leckeren Frühstück haben wir die Zimmer geräumt und unsere Koffer verladen. Um 8:30 Uhr starteten wir dann mit dem Bus nach Arnstadt-Schmerfeld zum Ausgangspunkt unserer letzten Wanderung. Nach einem kurzen Zuweg, natürlich wieder mit Anstieg, erreichten wir unseren „Von Bach zu Goethe“-Wanderweg. Wir wanderten auf den Spuren von Bach und Goethe allerdings nur ein Teilstück des „Qualitätsweges Wanderbares Deutschland“. Auf sehr schönen Pfaden gingen wir über mehrere Kilometer an einer teils tief abstürzenden Kante entlang und durchliefen Buchen- und Mischwaldbestände. Aber auch die Aussicht kam bei dieser Wanderung nicht zu kurz. Im Süden blickten wir auf den hinter uns liegenden Thüringer Wald, im Osten auf das Wipfratal und im Westen auf das Geratal. Auf Höhe der Gerhard-Pfeiffer-Hütte verließen wir dann den schönen Wanderweg und stiegen ab nach Dannheim, wo uns bereits unser Bus erwartete. Nach kurzer Fahrt erreichten wir pünktlich um 13 Uhr die Stadtbrauerei Arnstadt. Zur Führung in der kleinen Brauerei begrüßte uns das „Schankmädchen“. In seiner humorigen Art erzählte das Schankmädchen über die älteste Weizenbierbrauerei Deutschlands und die Ursprünge in einem Kloster. Rollen wurden zugeordnet. So wurde Marlies zur „Ehrwürdigen Mutter“ und auf die Bäuche der Männer deutend, sprach sie von einem „Feinkostgewölbe“. Nach der interessanten Führung ging es dann ins angeschlossene Restaurant zum Mittagessen. Um 15 Uhr war „Aufsitzen“ angesagt. Die Wanderung heute war 10 km lang und hatte 240 Hm.

Auf der Rückfahrt wurde auch wieder traditionell das Wanderziel für Fronleichnam 2020 verkündet. Es geht nochmals in den Thüringer Wald. Das Ziel in Brotterode ist das 3*-Superior-Komforthotel „Zur Guten Quelle“. Nach problemloser Rückfahrt erreichten wir um 20 Uhr Beckum.

Mit einer tollen Wandergruppe hatten wir bei idealem Wanderwetter wieder vier schöne Tage.

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